"Die Alten ehre stets, du bleibst nicht ewig Kind; sie waren, wie du bist, und du wirst, was sie sind."
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Der Verein zur Förderung der Altenhilfe und die Seniorengruppe Ertingen
engagieren sich mit ihren Mitgliederinnen und Mitgliedern das ganze Jahr hindurch
für unsere Seniorinnen und Senioren mit zahlreichen Aktivitäten und einem
reichhaltigen Programm. Hierzu gehören z.B. Rollstuhlausfahren, Seniorengymnastik
und Vorträge sowie die Hilfe beim Essen. Aber auch finanzielle Unterstützungen der
Seniorenarbeit werden ermöglicht.
Derzeit wird eine eigene Homepage erstellt.
Nach dem Sinn dieses alten Sprichworts kümmerte sich die Kirchengemeinde,
allen voran der damalige Ortsgeistliche, Pfarrer Ostertag, und der Gemeinderat bereits im
vorigen Jahrhundert in unzähligen Sitzungen um die Probleme der Mitbürger, die
"sich nicht mehr selbst versorgen können". Es sollte ein "Spital als Asyl für alleinstehende
Personen, Kranke und erwerbsunfähige Ortsangehörige mit und ohne Vermögen" geschaffen werden.
So befasste sich das Gremium 1896/1897 mit diesem Thema, denn der Ortsvorsteher wollte ein Spital
mit einer Kleinkinderschule unter der Leitung von den barmherzigen Schwestern bauen. Doch der Gemeinderat
beschloss "das Projekt Spital vorerst beruhen zu lassen, bis die Mittel der Gemeindepflege es erlauben und
wegen der Anstellung von Krankenpflegerinnen und Errichtung einer Kleinkinderschule vorerst einen Beschluss
nicht herbeizuführen."
Auf erneuten Antrag des Ortsgeistlichen beschloss der Gemeinderat im November 1901, "die Anstellung
von Krankenpflegerinnen versuchsweise und nur für ein Jahr einzustellen". Die Gemeinde sollte für
Mietwohnung, Kost und Lohn aufkommen. Die Einrichtung einer Kleinkinderschule wurde einstimmig abgelehnt,
da nur wenige Ortsangehörige in der Lage seien, ihre Kinder in diese Schule zu schicken. Ein Durchbruch
gelang im Herbst 1902, denn zwei Ordensschwestern in Reute nahmen in Ertingen ihren Dienst auf.
Die Bereitstellung der Schwestern bewirkte eine Änderung der Haltung des Gemeinderats, der sich
jetzt widerwillig bereit fand, im Musikzimmer des oberen Schulgebäudes eine Kleinkinderschule einzurichten.
1903 konnten die Schwestern im Gebäude an der heutigen Riedlinger Straße einziehen.
Einige Zimmer konnten für kranke alte Einwohner bereitgestellt werden.
Dies war der Anfang des Alten- und Altenpflegeheims, das man nach dem Kirchenpatron des hl. Georg
benannte. 1907 starb der große Förderer der Alten- und Kindergartenarbeit, Pfarrer Ostertag.
Sein Nachfolger, Pfarrer Keilbach, setzte sich engagiert für die Weiterentwicklung und Fortentwicklung
des Begonnenen ein.
Im Jahr 1911 wurde die Kleinkinderschule und die Schwesternstation am Standort des heutigen
Café Kapp zu einem Altersheim erweitert.
Der Umbau wurde 1911/1912 fertiggestellt. Schon damals konnte sich die Gemeinde beim
Bau ihres Altersheims auf die aktive Unterstützung der Bürgerschaft verlassen.
Rund 20.000 RM standen in dem vom damaligen Kirchenstiftungsrat und im Wesentlichen
auf die Bemühungen der Kirchengemeinde zurückgehenden Spitalfond zur Verfügung.
Dieses Haus wurde bei mehreren Umbauten und einer Vergrößerung mit 25 Betten bis zum Jahr 1963 geführt.
Es beherbergte neben dem Altersheim die Schwesternstation, den Kindergarten und vorübergehend auch die
Nähschule für Mädchen und Frauen. Die Kindergartengruppen hatten dort eine Größe von 80 bis 100 Kindern.
Für sie wurde bereits 1957 eine Verbesserung erreicht, denn der unter Bürgermeister Anton Koch gebaute
Kindergarten am Pestalozziweg wurde zu diesem Zeitpunkt fertig.
Durch die verschiedenen Um- und Anbauten war das bisherige Altersheim an der schon damals stark
befahrenen Bundesstraße unzweckmäßig geworden. So konnte das Bad im Untergeschoss nur über den
Hof erreicht werden. Die Zimmer für die Schwestern unter dem Dach waren mehr als notdürftig.
Die Tag- und Nachtruhe wurde durch Verkehrslärm sehr gestört. Das alte Georgshaus hatte später noch
viele Funktionen. Erst als nach dem Bau des neuen Rathauses die Musikkapelle, die Bücherei
und andere Einrichtungen ausziehen konnten, war es möglich, dieses nicht mehr sanierungsfähige
Gebäude abzubrechen. Am 1.3.1977 gingen die Planierraupen an die Arbeit und machten ein Stück
Ortsgeschichte dem Erdboden gleich.
Sehr viel Mühe machte sich der Gemeinderat unter Bürgermeister Max Gotterbarm mit der Auswahl
des Standorts und der Planung für das neue Altersheim. Ein ruhiger und in der Nähe der Kirche
gelegener Platz sollte es sein. Deshalb konnte ein Neubau am früheren Standort an der Hauptstraße
nicht mehr in Frage kommen. Nach einem Architektenwettbewerb wurde 1961/ 1962 der Neubau am jetzigen
Standort in Angriff genommen. Neben den ortsansässigen Architekten Binder, Klarmann und Koch wurden
die Architektenbüros Dr. Botzenhardt, Tuttlingen, und Breitling, Tübingen, zum Architektenwettbewerb
zur Errichtung eines neuen Altersheims aufgefordert.
Der eigens zur Bewertung der eingereichten Entwürfe eingerichtete Gutachterausschuss gab dem
Vorschlag der Architektengemeinschaft Binder (Ertingen) und Lapatz (Stuttgart) den Vorzug.
Die Baumaßnahmen wurden durch den strengen Winter 1962/1963, in welchem der Bodensee vollständig
zugefroren war, wesentlich verzögert. Nur Ältere können mit dem Begriff "Seegfrörne" noch etwas
anfangen und wissen, dass damals der Bodensee auf die gesamte Ausdehnung begangen und befahren werden
konnte.
Es war ein mutiger Schritt von Max Gotterbarm, gleich zu Beginn seiner Amtszeit als Bürgermeister
ein neues Altersheim mit 40 Betten oben auf der Höhe des Kirchenberges, "bei de Leut und von de Leut",
wie es der damalige Landrat Karl Anton Maier bei der Einweihung am 5.10.1963 nannte, zu bauen. Die
zweite Hälfte des Zitats stimmt durch die fortschreitende Entwicklung der Gemeinde zwischenzeitlich
allerdings nicht mehr, und das Haus St. Georg ist auch äußerlich das, was es innerlich immer war,
nämlich im Herzen der Bürgerschaft der Gemeinde Ertingen.
Das Objekt war damals nicht unumstritten, denn viele fürchteten, die Gemeinde würde sich finanziell
völlig übernehmen. Besorgte Gemeinderäte hatten sogar vor dem Baubeschluss die Rechtsbehörde aufgesucht,
um sich zu vergewissern, dass die Gemeinde durch das Objekt nicht verschuldet wurde. Sie hatten dann
aber mehrheitlich den Weitblick, nicht nur so zu bauen, wie es dem seinerzeitigen Standard genügt hätte,
sondern deutlich weiter zu gehen. Diese Eigenschaft hat den Ertinger Gemeinderat immer wieder ausgezeichnet,
und viele Entwicklungen sich dadurch später viel leichter möglich gewesen.
Die Seniorenwohnanlage wäre z. B. nicht an der optimalen Stelle möglich gewesen, wenn der Gemeinderat
für die Michel-Buck-Schule und das Altersheim kleinkariert einen von vornherein beengten Standort
ohne Ausdehnungsmöglichkeiten gewählt hätte. Mittelfristig zahlt sich dieser Weitblick immer wieder aus,
denn eine öffentliche Einrichtung muss für Entwicklungen, die zwangsläufig durch veränderte Bedürfnisse
der Bevölkerung entstehen, anpassungsfähig sein.
Die dargestellten Personen sind (von links nach rechts):
Bürgermeister Alexander Leitz, Ehrenbürger Pfr. Josef Hörner (+), Schwester Angela,
Bürgermeister Max Gotterbarm, Schwester Wilma, Pfarrer Günther Gerlach, Schwester Adeltrudis
Das Haus hatte damals eine andere Konzeption. Es war als Altersheim gedacht. In ihm fanden ältere Menschen Platz, die sich noch weitgehend selbst versorgen konnten. Deshalb und da damals die Arbeitszeit noch umfangreicher war, konnte mit einem deutlich geringeren Personalkörper an die Aufgabe gegangen werden. Das Haus wurde von den 6 Ordensschwestern Demetria, Engilgunde, Eustochium, Fidanza, Irmunda und Pulchronia geführt, welche durch die Haus- und Küchenhilfen Frau Anna Schleicher und deren Tochter Frau Cäcilia Wagner, geb. Schleicher, in der Küche unterstützt wurden. Da der Gemeinde immer weniger Schwestern, zeitweilig sogar nur zwei, bereitgestellt werden konnten, wurde das im 2. Obergeschoss befindliche Refektorium ausgangs der 70-er Jahre verkleinert. Dadurch entstanden für das Altersheim 5 weitere Plätze.
Am 4. Oktober 1963 berichtete die Schwäbische Zeitung über die Einweihung des "Altersheimes St. Georg". Es werden darin das Programm der Einweihungsfeier aufgelistet und die beteiligten Architekten und Baufirmen genannt. Der Autor des Berichts beschreibt zudem ausführlich das Innere des Gebäudes. Im folgenden Link (PDF-Datei) kann der Artikel heruntergeladen werden.
1986 / 1987
Die Pflegeabteilung im Erdgeschoss wird geschaffen - 8 Doppelzimmer entstehen
1993
Erweiterung der Pflegeabteilung im Erdgeschoss um 8 Einzelzimmer
1991 - 1994
Bau der Betreuten Seniorenwohnanlage
1998
Mit Bürgermeister Alexander Leitz beginnt die Planungsphase für die heutige Modernisierung und Erweiterung, da die Pflege der Bewohner im Altbau nicht mehr den aktuellen Standards entspricht.
2001
Aufnahme in das Landesprogramm zur Förderung von Altenpflegeeinrichtungen
2002
Baubeginn erster Bauabschnitt Aufstockung Pflegeabteilung
2003
Fertigstellung und Belegung der neuen Pflegeabteilung; Baubeginn Altbausanierung; Mit dem Beginn der Altbausanierung wird das Refektorium im 2. Obergeschoss des Hauses geschlossen. Die Ordenschwestern kehren altershalber ins Mutterhaus nach Reute zurück. Jüngere Schwestern stehen dem Kloster für St. Georg leider nicht mehr zur Verfügung.
2004
Entscheidung des Gemeinderats, dass auch die Küche mit einem Aufwand von 56.000,-- Euro saniert wird.
2005
Fertigstellung der Altbausanierung und Bezug der neuen Zimmer